Ergebnisse der Gruppe "Kommunale Vorsorge"

Allgemeine Ergebnisse

[1] Gemeinde-Einsatzleitung (Krisenstab)

Zusammensetzung der Gemeinde-Einsatzleitung:

EinsatzleiterBgm. Ing. Heinz Kofler
Einsatzleiter Stv.VBgm. Alexander Jäger
S1 PersonalwesenChristian Strigl und Silvia Kolb
S2 KatastrophenlagePaul Stemmer
S3 EinsatzkoordinationHannes Lambach
S4 VersorgungswesenEva Gaim und Emrah Darsel
S5 ÖffentlichkeitsarbeitKarlheinz Eckhart, Christoph Strigl
S6 Technik und KommunikationPhilipp Kathrein und Stefan Kathrein
Besondere VerwendungManuela Mungenast und Melanie Siegele

Stand 2022. Die Mitglieder der GEL werden üblicherweise für die Dauer der Funktionsperiode des Gemeinderates bestellt (voraussichtlich bis 2028).


Im Einsatz befindliche Software vom Land Tirol und der Feuerwehr Prutz

  • ESIS
  • KSP+
  • Contwise Lisa


Klassifizierung von Ereignissen
 

  • Normalbetrieb
     
  • Krise
    Die Bewältigung einer Krisensituation ist nicht mehr durch eigene Kräfte möglich und erfordert die Unterstützung durch fremde Kräfte. Eine Krise benötigt etwa die Unterstützung durch die Feuerwehr beim Auspumpen eines Kellers oder den Einsatz eines Baggerunternehmens.
     
  • Notfall (Akute Störung, Gefährdung von Personen, Gefahr in Verzug)
     
  • Katastrophe
    Als Katastrophe bezeichnet man ein Ereignis, bei dem das Leben, die Gesundheit oder das Vermögen von vielen Menschen gefährdet sind. Dann muss die öffentliche Hand tätig werden. Mit den Mitteln des Katastrophenschutzes muss alles unternommen werden, um die Gefahr abzuwenden und die Situation zu bewältigen, um den Normalzustand wieder herzustellen.
     
    • Örtliche Katastrophe (Bürgermeister)
    • Gemeindeüberschreitende Katastrophe (Bezirkshauptmann)
    • Bezirksüberschreitende Katastrophe (Landesregierung)


Wer entscheidet, dass es sich um eine Katastrophe, eine Krise oder um einen Notfall handelt?

Grundsätzlich entscheidet der Bürgermeister oder sein Vize darüber, ob ein Ereignis als Katastrophe, als Krise oder als Notfall einzustufen ist, wobei im Notfall die Gemeinde grundsätzlich nicht aktiv wird. Häufig wird der Bürgermeister/Vize durch eine Einsatzorganisation oder durch Hinweise von Gemeindemitarbeiter:innen oder durch die Bevölkerung oder durch eine übergeordnete Stelle wie dem Land Tirol oder von der BH Landeck informiert und beginnt seine Arbeit als Vorsitzender der Gemeindeeinsatzleitung.

Zunächst wird eingestuft, ob es sich um ein örtliches oder überregionales Ereignis handelt. Dementsprechend beginnt die Alarmierung der Gemeindeeinsatzleitung.

Im Falle eines Blackout wird der Bürgermeister vom TIWAG-Landeskrisenstab informiert und beginnt damit, die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.
 

Wie lange wird gewartet, bis zur Ausrufung des Katastrophenfalles?

Je nach Dringlichkeit ruft der Bürgermeister/Vize den Katastrophenfall aus und beruft die Gemeindeeinsatzleitung ein. Möglich ist auch, dass die Gemeindeeinsatzleitung vorab zusammentritt und sich dann für die Ausrufung eines Katastrophenfalles entscheidet. Die Ausrufung des Katastrophenfalles ist situationsabhängig und kann nicht pauschaliert beantwortet werden. Grundsätzlich gilt, dass wenn die vorhandenen Strukturen wie Rotes Kreuz, Feuerwehr, Sozialsprengel etc. aufgrund des Ausmaßes oder der zeitlichen Dauer nicht mehr in der Lage sind, eine Situation zu bewältigen, sollte der Katastrophenfall zur Anforderung weiterer Unterstützung ausgerufen werden.

Alarmiert das Land die Gemeinde, so ist die Gemeinde für die weitere Kommunikation mit den zuständigen Personen in der Gemeinde zuständig.
 

Neustrukturierung der Gemeindeeinsatzleitung

Die Erkenntnisse des KEMAP-Projektes sollen sich zukünftig auch in der Gemeinde-Einsatzleitung widerspiegeln. Es wird angedacht, einen Katastrophenschutz-Beauftragten einzusetzen und die Aufgaben je nach Ereignis in der KEMAP-Struktur abzubilden. Kleinere Ereignisse können auch durch einen verkleinerten Krisenstab abgebildet werden. Die gesetzlichen Vorgaben vom Land Tirol sind jedoch immer zu beachten. Eine Vertreter:in von jeder KEMAP-Gruppe sollte in einem zukünftigen Gremium vertreten sein.
 

Wie wird der Krisenstab mobilisiert? → Kommunikation

Der Bund arbeitet aktuell ein SMS-Warnsystem aus, das bei einer Katastrophe an jedes Handy ausgeliefert werden soll. Dies würde das Ausrufen einer Katastrophe massiv erleichtern. Bei einem Blackout könnte ein SMS an den Krisenstab gesendet werden.
Grundsätzlich sollte das Zusammenrufen des Krisenstabes nach folgenden Kriterien erfolgen:

  • Anruf, SMS, Whatsapp-Gruppe
  • Bei Ausfall der Telekommunikation
    • Mitglieder finden sich ein, wenn sie aus den Medien oder auf anderem Wege vom Katastrophenfall erfahren.
    • Im Zweifel rücken alle Mitglieder der Gemeindeeinsatzleitung unaufgefordert ein, wenn der Verdacht auf ein katastrophenartiges Ereignis besteht.

Wo trifft sich der Krisenstab?

Die Gemeindeeinsatzzentrale befindet sich im Gemeindeamt Prutz. Das Gemeindeamt ist notstromversorgt. Der Zutritt zum Gemeindeamt ist auch bei einem Stromausfall gewährt. Dieser Punkt wurde ausdrücklich überprüft (siehe auch Mail von Christian mit der Firma Dormakaba).
 

Versorgung des Krisenstabes?

Lt. Liste Führungsstab
 

Schlafmöglichkeit für Krisenstab? Notbetten?

Aufgrund der geringen Größe der Gemeinde Prutz, gehen wir davon aus, dass ein Übernachten des Krisenstabes nicht notwendig sein sollte. Von Vorteil wäre es jedoch, wenn alle Mitglieder über einen Schlafsack verfügen würden.
Checkliste für Gemeindeeinsatzleitung sollte von dieser noch erstellt werden.
 

Wie kann die Gemeindeeinsatzleitung mit übergeordneten Stellen kommunizieren?

Übergeordnete Stellen sind die Bezirkshauptmannschaft Landeck und die Abteilung "Katastrophenschutz" beim Amt der Tiroler Landesregierung. Mit diesen Stellen kann per Funk Kontakt aufgenommen werden, sofern Internet, Telefon und andere Telekommunikation nicht mehr verfügbar sind.
 

Haben alle Einrichtungen einen Behördenfunk?

Ja, zu den Institutionen mit Behördenfunk gehören Gemeinde Prutz, BH Landeck, Land Tirol, Polizei, Feuerwehr Prutz, Rotes Kreuz
 

Welche gesetzlichen Anforderungen müssen erfüllt werden?

Die gesetzliche Basis für die Gemeindeeinsatzleitung bildet das Tiroler Katastrophen Management Gesetz (TKMMG). Darüber hinaus gibt es weitere gesetzliche Regelungen, wenn beispielsweise angedacht wird, einen Radiosender für Prutz einzurichten oder über Amateurfunk zu kommunizieren (Telekommunikationsgesetz).
 

Welche Schulungsangebote stehen für die Gemeinde zur Verfügung?

Das Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement bietet Schulungsprogramme für Gemeinden und Gemeindeeinsatzleitungen an. Neben diesen Schulungen empfehlen wir die Abhaltungen von regelmäßigen Treffen und internen Fortbildungen der Gemeindeeinsatzleitung. Übungen unter Einbeziehung der Einsatzorganisationen, des Sozialsprengel, von Privaten und Unternehmen sind empfehlenswert.
 

Wie sieht der Notfallplan der Gemeindeeinsatzleitung zusammengefasst aus?
 

  • Erste Priorität hat die Rettung und die Evakuierung von Personen aus Gefahrenbereichen. Die Rettung und Evakuierung erfolgt durch die Polizei, das Rote Kreuz und durch die Feuerwehr Prutz im Auftrag der Gemeinde-Einsatzleitung. Ein genaues Lagebild soll die Software "Contwise Lisa" liefern, die im Katastrophenfall von der Feuerwehr Prutz hochgefahren wird. Ein Verbindungsoffizier der Feuerwehr liefert ein Lagebild. Zu diesem Punkt gehört auch die Evakuierung aus Liftanlagen. Die Feuerwehr erfasst regelmäßig die Liftanlagen in öffentlichen Gebäuden und Wohnanlagen.
     
  • Zweite Priorität besitzt der Schutz von Gemeindeinfrastruktur wie Wasserleitungen, Kanalsystemen, Klärwerk, wichtiger öffentlicher Einrichtungen etc.
     
  • Dritte Priorität wird dem Schutz privaten Eigentums und dem Eigentum von Unternehmen zugemessen.


Wie können wir die Bevölkerung beruhigen und Panik vermeiden?

Um diese Problemstellung zu lösen, ist es wichtig, dass eine Verbindungsperson aus der Gruppe "Private" Vorsorge in der Gemeindeeinsatzleitung befindet. Diese Gruppe hat sich mit dem Thema Vorsorge und Aufklärung der Bevölkerung befasst. Die Tatsache, dass wir in Prutz dieses umfangreiche Projekt gestartet haben und aktive Aufklärung betreiben möchten, sollte bereits zur allgemeinen Beruhigung beitragen. Wir haben vorgesorgt, eine Krise oder eine Katastrophe kann uns weniger anhaben. In den nächsten Monaten sollen mehrere Veranstaltungen stattfinden. Broschüren werden verteilt, Informationen über die Presse vermittelt. Die Website kemap.at hilft bei der laufenden Aufklärung. Die Verwendung von Social Media ist anzudenken.
 

Wieviele und in welcher Größe sollten Notstrom-Aggregate angeschafft werden?

Das Gemeindeamt, die Volksschule, das Feuerwehrhaus und das Arzthaus können nach Bedarf notstromversorgt werden. Die Inbetriebnahme und den sicheren Betrieb übernimmt die Feuerwehr Prutz. Dazu werden laufend Übungen und Tests in Absprache mit Elektrotechniker:innen durchgeführt. Ein Treibstoffdepot wird angelegt und soll 2023 in Betrieb gehen. Versorgt werden können auch Tiefbrunnen, Pumpen für den Kanal etc. Weitere Investitionen in Notstromaggregate werden überlegt und nach Notwendigkeit durchgeführt. In dieser Frage wird eng mit der Gruppe "Einsatzorganistationen" zusammengearbeitet.

[2] Kommunikation nach außen

Wie kann Kommunikation im Vorfeld von Krisen und Katastrophen erfolgen?

Mit dem Projekt KEMAP haben wir bereits einiges an Aufklärung und Information in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen können. Nach dem vorläufigen Abschluss des Projektes folgen nun Broschüren, Info-Veranstaltungen, Social Media Kampagnen, Apps, Aktionen in Zusammenarbeit mit Schulen, beispielsweise ein Schülerquiz?
 

Was sollte in einer Broschüre zu finden sein?

Die wichtigen Antworten sollten für die gesamte Bevölkerung aufbereitet und kommuniziert werden. Wir kommunizieren wir im Ernstfall? Wie wird die Bevölkerung alarmiert? Wer übernimmt die Alarmierung? Wo kann ich mich bei einem Kommunikations-Blackout hinwenden? Wie ist die Gemeinde-Einsatzleitung besetzt und welche Funktionen übernimmt diese? All diese Fragen
Kommunikation im Ernstfall? Wie wird die Bevölkerung alarmiert? Wer alarmiert die Bevölkerung?
 

Wie können wir im Falle eines Infrastruktur-Blackouts trotzdem mit der Bevölkerung kommunzieren?
 

  • Information der Umgebung durch Mitglieder der Gemeinde-Einsatzleitung
  • Mund-Propaganda
  • Feuerwehrauto - über Megaphon durchs Dorf fahren
  • Wer sich nicht sicher ist, sollte ins Gemeindeamt kommen. Checkpoint mit Beschilderung vorbereiten für Krisenfälle.
  • Radio Prutz ist geplant. Amateur-Radio
  • Batteriebetriebene Radios bereithalten oder Kurbelradio
  • Autoradio funktioniert eine Zeit lang
  • Informationen auch in gängigen Fremdsprachen (Englisch, türkisch)
     

Notfall-Kommunikationsplan

Für die detaillierte Ausarbeitung des Notfall-Kommunikationsplanes bieten die Schulungsunterlagen für Gemeinde-Einsatzleitungen eine gute Anleitung. Die neue Gemeinde-Einsatzleitung wird diese Unterlagen im Detail ausarbeiten und in laufenden Schulungen untereinander und mit der Bevölkerung kommunizieren.

[3] Funktionsfähigkeit Gemeindeverwaltung

Ist der Zutritt zum Gemeindeamt bei einem Stromausfall gesichert?

Dieser Punkt wurde im Rahmen des KEMAP-Projektes analysiert und kann mit JA beantwortet werden.
 

Gibt es Notstromaggregate?

Diese Punkt wurde bereits unter Punkt 1 ausführlich behandelt. Zuständigkeit durch Feuerwehr für Volksschule, Gemeindeamt, Feuerwehrhaus, Arzthaus.

[4] Evakuierungs-Management

Wie viel Platz für Evakuierung ist notwendig und welche Objekte stehen zur Verfügung?

Verknüpfung Einsatzorganistationen. Wieviele Notbetten stehen zur Verfügung? Mittelschule? Sanitäreinrichtungen ausreichend für wieviele Personen?
Diese Frage müsste von der Gemeinde-Einsatzleitung noch abschließend beantwortet werden.

[5] Treibstoff-Depot und koordinierte Verteilung von Gütern

Wird ein Treibstoff-Depot benötigt und warum?

Im Rahmen einer Exkursion zum Kraftwerk Kaunertal in Prutz haben wir uns ein umfangreiches Bild vom Krisenkonzept der TIWAG machen können. Die Tiwag hat ein Netzwiederaufbau-Konzept erstellt, welches, unterstützt durch unsere Spitzstromkraftwerke, den Netzwiederaufbau binnen weniger Stunden vorsieht. Interessantes Detail am Rande: Der bevorzugte Netzwiederaufbau würde vom Kraftwerk Kaunertal aus starten, womit wir binnen weniger Stunden wieder mit Strom versorgt werden könnten. Weshalb dann trotzdem ein Treibstoff-Depot?

Wie wir im Sommer 2022 im Falle von Innsbruck oder Nauders gesehen haben, ist bereits der Ausfall des Stromnetzes für wenige Stunden durch einen unerwarteten Defekt im Umspannwerk oder durch einen Leitungsschaden eine kleine Katastrophe. Handynetze fallen aus, moderne Smart-Homes können nicht oder teilweise nicht mehr benutzt werden, Geschäfte schließen. Im Falle eines Blackout stehen Raffinerien still und es könnte zu Lieferengpässen bei Treibstoffen kommen.

Zudem ist es so, dass im Zuge globaler Verwerfungen am Energiesektor, wie wir sie nun erleben, die Möglichkeit gegeben ist, dass Energie für bestimmte Zeit nicht geliefert werden kann.

All diese Überlegungen haben dazu geführt, dass im Zuge des KEMAP-Projektes und im Zuge des anstehenden Umbaus der Feuerwehrhalle, ein professionell gesichertes Treibstoff-Depot errichtet wird.
 

Warum ist eine Verteilung von Gütern des täglichen Bedarfes zu koordinieren?

Im Zuge von Krisen und Katastrophen, wie etwa einem länger andauernden Blackout, dürfte die Stromversorgung in Prutz üblicherweise gewährleistet sein. Wir wissen jedoch, dass die sogenannten Lieferketten sehr komplex und empfindlich geworden sind. Daher ist selbst nach der Wiederherstellung der Stromversorgung oder in anderen Krisensituationen mit länger andauernden Störungen der „Grundversorgung“ von Lebensmitteln und Verbrauchsgütern des täglichen Lebens zu rechnen. Es wird sinnvoll sein, alle möglichen lokalen Ressourcen zu kennen und im Anlassfall eine Verteilung über den Krisenstab der Gemeinde zu koordinieren.

Dazu gehören landwirtschaftliche Produkte von lokalen Anbietern, Lieferungen, die über den Landeskrisenstab erfolgen und zu verteilen sind. Dabei sind Lager- und Kühlmöglichkeiten sehr wichtig. Die Gemeinde-Einsatzleitung sollte deshalb ein Verzeichnis mit möglicherweise nutzbaren Kühl- und Lagerflächen erstellen. Die Frage, wie man mit dem Österreichischen Bundesheer zusammenarbeiten kann, ist ebenfalls noch näher zu klären.

Bei allen Überlegungen spielt jedenfalls die Aufrechterhaltung von Kommunikationslinien eine wichtige Rolle (Funk, Internet, Lautsprecherwagen, Radio Prutz etc.).

Szenario "Blackout"

[6] Kommunikation

An dieser Stelle möchten wir auf die weiteren Gruppen Einsatzorganisationen, Medizinische Vorsorge und Private Vorsorge.

Was ist ein Blackout und wie erfahren wir, dass es sich um einen Blackout handelt?

Fällt der Strom aus, passiert dies meist unvermittelt und ohne Vorwarnung, abgesehen von geplanten Abschaltungen. Lokale Stromausfälle kommen immer wieder einmal vor. Der Grund ist meist ein Problem im Umspannwerk oder der Brand in einer Trafostation, sowie Beschädigungen Leitungen etwa durch Grabungsarbeiten. In den letzten Jahren ist die Sorge vor einem großflächigen und länger andauernden Stromausfalles gestiegen. Der Atomausstieg in Deutschland, die allgemeine Komplexität des europäischen Netzes und die aktuelle Energiekrise haben das Risiko erhöht. Auf der anderen Seite wäre ein Stromausfall über längere Zeit eine Katastrophe angesichts der massiven Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Elektrizität und Informationstechnologien.

Der Begriff "Blackout" wird zwar sehr häufig verwendet, eine verlässliche Definition für einen Blackout gibt es jedoch nicht. Von einem Blackout spricht man nach Definition der meisten Expert:innen bei einem großflächigen Ausfall über mehrere Länder und über einen längeren Zeitraum von mehreren Stunden, Tagen oder Wochen.

In Österreich soll es zukünftig einen zentralen Krisenstab beim Innenministerium geben, der in enger Absprache mit der APG (Austrian Power Grip) eine Lagebeurteilung vornimmt und bei einem großflächigen Stromausfall Kontakt mit dem Ausland hält. In Tirol ist die Tinetz für die Netzüberwachung zuständig und steht dementsprechend in Verbindung mit den Krisenstäben im Landhaus und in Wien. Im Falle eines Großereignisses (Blackout) wird nach rund einer Stunde der Katastrophenfall ausgerufen. Damit wird in Tirol die Tiwag mit dem Netzwiederaufbau beauftragt. Die Gemeinde-Einsatzleitung sollte bei einem Stromausfall, der länger als eine halbe Stunde andauert und offensichtlich großflächig ist, zusammentreten:

Wie erfährt die Gemeinde-Einsatzleitung vom Blackout?

  • Beobachtung der Situation bei einem Stromausfall
  • Hinweise aus der Bevölkerung und von Bekannten
  • Radio und Fernsehen sollten vom Ereignis nach wenigen Minuten berichten
  • Die Warte im Kaunertalkraftwerk gibt Auskunft
  • BH und Land Tirol informieren die Gemeinde (Behördenfunk)
  • Persönliche Information untereindander
  • Gemeinde-Mitarbeiter und Mitglieder der Gemeinde-Einsatzleitung sollten im Vorfeld Vorkehrungen treffen, um im Ernstfall das Zuhause verlassen zu können und die nötigen Maßnahmen für die Bürger:innen zu ergreifen
  • Im Blackout-Fall dürfte nach rund einer Stunde der Katastrophenfall ausgerufen werden und die Tiwag beginnt mit dem Netzwiederaufbau


Information der Bevölkerung

Die Bevölkerung sollte möglichst rasch über den Vorfall informiert werden. Gefühl von Sicherheit vermitteln, dass die Gemeinde-Einsatzleitung zusammengetreten ist und die Hilfe im Ort koordiniert.

Folgende Möglichkeiten zur Information stehen zur Verfügung, wenn klassische Kommunikation nicht mehr möglich ist:

  • Feuerwehrauto - über Megaphon durchs Dorf fahren
  • Wer sich nicht sicher ist, bitte ins Gemeindeamt kommen
  • Amateur-Radio (Radio batteriebetrieben bzw.Autoradio verwenden)

[7] Trinkwasserversorgung

Im Rahmen des KEMAP-Projektes haben wir erhoben, ob die Wasser- und die Abwasserversorgung in der Gemeinde Prutz von elektrischen Pumpen oder sonstigen technischen Einrichtungen wie UV-Bestrahlung abhängig ist.

Zunächst wurden sämtliche Trinkwasser-Quellen, deren genaue Daten im Gemeindeamt evident gehalten werden, analysiert. Wir sind in der glücklichen Position, dass keine unserer Trinkwasser-Quellen (2 im Kaunertal und der Tiefbrunnen in Prutz) eine Aufbereitung oder eine Entkeimung benötigen. Eine Pumpe ist lediglich für die Grundwasser-Quelle notwendig. Diese Quelle ist jedoch ein reines Backup, wenn die Wasserversorgung aus dem Kaunertal ausfallen sollte.

Die Wasserversorgung sollte im Falle eines Stromausfalles oder eines Blackout in vollem Umfang gegeben sein.

[8] Abwasser-Entsorgung

Gibt es Pumpen in der Kanalisation?

Ja, es gibt eine Pumpe im Welschenanger, hier wäre für den Blackout-Fall eine Notstromversorgung anzudenken. Ein kürzerer Stromausfall stellt noch kein Problem für diese Einrichtung dar. Ob weitere Pumpen in der Zuständigkeit des Abwasserverbandes betrieben werden, konnte noch nicht erhoben werden. Die Gemeinde-Einsatzleitung sollte diesen Punkt mit dem Abwasserverband genauer abklären. Ebenfalls abzuklären wäre, ob das Klärwerk ohne Strom arbeiten kann und wie es hier mit der Notstromversorgung aussieht (Mario Welitzky)?

[9] Notstromversorgung der kritischen Infrastruktur

Diesen Punkt haben auch die Gruppen "Einsatzorganisationen" und "Private Vorsorge".

Wo brauchen wir überall Notstrom?

  • Gemeindeeinsatzleitung (Gemeindeamt)
  • Feuerwehr
  • Volksschule
  • Arzthaus
  • Mittelschule - evtl. großes Aggregat (Küche)


Wieviele und in welcher Größe sollten Notstrom-Aggregate angeschaffen werden?

Grundsätzlich wurde unter Punkt [1] bereits besprochen, dass das Gemeindehaus, die Feuerwehr, die Volksschule und das Arzthaus notstromversorgt sind. Der Bau eines Treibstoffslagers erfolgt 2023.

Wer organisiert und installiert die Notstrom-Aggregate?

Diesen Part übernimmt die Feuerwehr Prutz in Zusammenarbeit mit autorisierten Elektro-Fachhändlern.

Treibstoff-Notlagerung notwendig? Wo ist sichere Lagerstätte? Oder kann uns Gutmann versorgen?

Im Zuge des Umbaus der Feuerwehrhalle wird ein sicheres Treibstofflager entstehen. Die Firma Gutmann ist im Falle eines Blackout nicht in der Lage, Treibstoff abzugeben. Es ist auch anzudenken, wie die Absicherung der Versorgungsstellen aussehen wird. Empfehlung vom Land Tirol einholen durch die Gemeinde-Einsatzleitung.

[10] Kochmöglichkeiten für die Bevölkerung sinnvoll? Wo?

Grundsätzlich gibt es in der Mittelschule Prutz eine Großküche, die auch in Katastrophenfällen zur Verfügung steht. Die Frage, ob diese Kochstelle auch für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann, kann nicht eindeutig beantwortet werden. In erster Linie sollte die Küche für die Ausspeisung in Katastrophenfällen durch das Bundesheer oder andere Einrichtungen verwendet und vorgesehen werden.

[11] Müllentsorgung

Sollte die Firma Prantauer nicht in der Lage sein, den Müll für längere Zeit abzuholen, dann wurden folgende 2 Notmaßnahmen besprochen:

  • Im Recyclinghof könnte Müll für einige Zeit zwischengelagert werden.
  • Besonders wichtig wäre in diesem Falle aber auch die Anweisung an die Bevölkerung, möglichst wenig Müll zu produzieren und unverderblichen Müll zu Hause einzulagern.

[12] Versorgung der eigenen Mitarbeiter während des Notfalles?

Im Zuge der Diskussion um die Auswirkungen eines Blackouts, ist auch die Frage aufgetaucht, ob es notwendig wäre, eine Notunterbringung der Gemeinde-Einsatzleitung anzudenken. Grundsätzlich wurde die Wahrscheinlichkeit, dass eine Unterbringung in der Gemeinde oder in einem anderen öffentlichen Raum als sehr gering eingestuft wurde. Praktisch alle Mitglieder wohnen in Gehweite zum Ortszentrum und können ihre Pausen zuhause absolvieren. Trotzdem wird angeraten, dass jedes Mitglieder der Gemeindeeinsatzleitung für den Notfall über einen Schlafsack verfügt.

Warum wird die Wahrscheinlichkeit für ein großes Ereignis im europäischen Stromnetz als niedrig eingestuft?

Bei einem europaweiten Blackout wird das Tiroler Netz von Prutz aus wieder hochgefahren. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass wir längere Zeit ohne Strom sein werden, eher gering ist, so müssen wir im Falle eines großflächigen Blackouts doch damit rechnen, dass
Lieferketten zusammenbrechen. Je nach Notlage müsste die Gemeindeeinsatzleitung über mehrere Tage aktiv bleiben, weshalb eine ausreichende Versorgung garantiert werden muss.

Franz Eckhart merkt dazu an:

"Daher ist selbst nach der Wiederherstellung der Stromversorgung mit länger andauernden Störungen der „Grundversorgung“ von
Lebensmitteln und Verbrauchsgütern zu rechnen. Es wird sinnvoll sein, alle möglichen lokalen Ressourcen zu kennen und im Anlassfall
eine Verteilung über den Krisenstab der Gemeinde zu koordinieren. Wie z.B. landwirtschaftliche Produkte von lokalen Bauern,
Lieferungen, die über die über den Landeskrisenstab organisiert werden, zu verteilen".

Das Vorbereiten von Kühlmöglichkeiten (bei Gemeindebürgern um mögliche Kapazitäten anfragen und die Einlagerung zu
organisieren… usw.), wird empfohlen. Aber der wichtigste Punkt zu diesen Überlegungen wird immer wieder sein, die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Gemeinde sicherzustellen (Funk, Internet, Lautsprecherwagen, ev. Lokales Radio….).

Szenario "Überschwemmung Inn"

[13] Evakuierungspunkte

Es wird damit gerechnet, dass aufgrund der mittlerweile sehr präzisen Wettervorhersagen ein entsprechendes Starkregenereignis und ein Anschwellen des Inn mit einer gewissen Vorlaufzeit verbunden sind. Die Feuerwehr stuft je nach Gefahrenlage ein, welche Gebäude zur Evakuierung vorzusehen sind. Je nach Gefahrenlage stehen für evakuierte Personen die Volksschule, die Mittelschule oder auch öffentliche Einrichtungen in den umliegenden Gemeinde zu Verfügung.

Für den Campingplatz Prutz gibt es bereits ein eigenes Evakuierungskonzept, da durch die Lage und die Ansammlung von Personen eine etwas erhöhte Gefahrenlage vorliegt.

[14] Rettungskoordination

Wohin können Personen evakuiert werden?

Es steht die neue Mittelschule zur Verfügung. Die Evakuierung könnte mit PKW oder Bussen erfolgen. Als Alternativroute zur Erreichbarkeit der neuen Mittelschule stünde die Ersatzstraße über die Fendler Straße zur Verfügung.

Der Campingplatz verfügt über ein eigenes Evakuierungskonzept. Evakuierungskonzept der TIWAG sollte von der Gemeinde-Einsatzleitung berücksichtigt werden.

[15] Trinkwasserversorgung

Die Trinkwasserversorgung sollte im Falle einer Überschwemmung des Inn für intakte Gebäude nicht beeinträchtigt sein. Ein privater Wasservorrat wird grundsätzlich empfohlen. Anfordern von Mineralwasser über das Land Tirol, wenn Haushalte Bedarf haben.

[16] Sammelpunkte

Die Gruppe "Einsatzorganisationen" hat sich mit dem Thema "Sammelpunkte" befasst. Es wurde festgestellt, dass es schwierig ist, Sammelpunkte im Ort festzulegen. Die Feuerwehr würde je nach Lagebild dynamisch Punkte in allen Ortsteilen festlegen. Lautsprecherdurchsagen sind zu beachten.

[17] Notunterbringung

Wie bereits erwähnt, stehen für die Notunterbringung von bedürftigen Personen oder von Gästen das Altersheim in Ried.

Notunterkünfte können wie bereits angeführt in der Hauptschule eingerichtet werden.

[18] Hilfsanforderung übergeordneter Institutionen

Wer macht Pegel-Beobachtung?

Land gibt Warnung raus → Info an Bgm.
Bgm. mit Einsatzleitung
Info von Bezirkseinsatzleitung
Hochwasserprognose anschauen

[19] Kommunikation

Wie reagiert die Bezirks-Einsatzleitung? Alarmierung der Bevölkerung - wer/wie?

In Zukunft Katastrophenwarnung per SMS (= inAusarbeitung lt. Franz)

Szenario "Mure Kaunertal"

[20] Wo ist die Mure? Was ist betroffen?

Gefahrenpotenzial Faggenbach? Gibt es unmittelbar Gefahr für die Bevölkerung und
Wohnhäuser?

Pegelbeobachtung durch Feuerwehr. Bei Überschreitung kritischer Marken. Planung der Evakuierung.

[22] Rettungskoordination

Wer die räumt Sperren aus?

Feuerwehr - Bagger Wasserbauamt?
(ist hier etwas zu tun? einzuleiten?)

[23] Trinkwasserversorgung

Stromversorgung? Notstromaggregat für Trinkwasserversorgung?

Nur für Tiefbrunnen notwendig

Sind die Quellen der Gemeinde gefährdet? (Verpeil, Langetzberg), Verunreinigung Quell-Sperre?

Wie könnte eine Notwasserversorgung aussehen, wenn Versorgung aus dem Kaunertal unterbrochen?

Tiefbrunnen notfalls mit Aggregat

[24] Notunterbringung

Betrifft Prutzer Bevölkerung? Kaunertal? Gäste? Bewohner Kaunertal und Gäste in der Mittelschule (siehe oben).

[25] Kommunikation

Alarmierung der Bevölkerung - wer/wie?

Medien, SMS, Lautsprecherdurchsage, Dorfradio, Gemeinde-App.

Szenario "Dürre und Waldbrand"

[26] Evakuierungspunkte

Wo sind sichere Punkte zur Evakuierung?

Grundsätzlich in der neuen Mittelschule. Wenn diese ausfällt - Busunternehmen über KSP+ abfragen und mit Bezirkseinsatzleitung Ersatzquartiere suchen.

[27] Trinkwasserversorgung

Trinkwasserversorgung sollte nicht gefährdet sein.

Löschwasser-Quellen sind Inn, Faggenbach und Badesee.

[28] Sammelpunkte

Geeigneter Sammelpunkt wäre die Mittelschule. Bei Rauchentwicklung eventuell andere Locations spontan auswählen.

[29] Notunterbringung

Mittelschule oder auswärts, wenn wegen Rauchentwicklung nicht möglich.

[30] Hilfsanforderung übergeordneter Institutionen

Absprache mit Bezirkseinsatzleitung oder Landeseinsatzleitung. Anforderung Löschhubschrauber.

[31] Kommunikation

Alarmierung der Bevölkerung?

Medien, SMS, KatWarn App, Gemeinde-App

Szenario "Atomunfall Frankreich"

[33] Schutzbunker

Grundsätzlich sollte zuhause bleiben reichen. Stollen bei der Tiwag könnte für den Notfall adaptiert werden. GEL müsste hier Gespräche führen.

[34] Medikamente

Diese Frage wurde durch die Gruppe Medizin und Sozials beantwortet. Verteilung über Dr. Plangger.

[35] Schutzausrüstung

Woher bekommen wir Schutzausrüstung? Wie schnell?

Ist hier etwas zu tun? einzuleiten?)
Abklärung durch neue Gemeinde-Einsatzleitung.