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Prutz sorgt vor ...

Mit dem Projekt KEMAP möchten wir die Bürgerinnen und Bürger aus Prutz und die zuständigen Organisationen in der Gemeinde auf Katastrophensituationen bestmöglich vorbereiten.

Katastrophen sind durch elementare oder technische Vorgänge oder von Menschen ausgelöste Ereignisse, die in großem Umfang das Leben oder die Gesundheit von Menschen, die Umwelt, das Eigentum oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung gefährden oder schädigen.

Was ist eine Katastrophe nach dem Tiroler Krisen- und Katastrophenmanagementgesetz?

Nach dem Ende des Kalten Krieges im Jahr 1990 traten Europa und damit auch Österreich in eine lange Phase der Sicherheit und des Wachstums ein. Auch wenn die Welt niemals frei von Krisen und Konflikten war, schienen diese an uns mehr oder weniger spurlos vorüberzuziehen. Die Kriege am Persischen Golf, die Jugoslawien-Kriege, den 11. September 2001, die Weltwirtschaftskrise und den Arabischen Frühling haben wir als TV-Konsumenten verfolgt, direkte Auswirkungen schienen all diese Ereignisse nicht auf uns zu haben.

Einzig die Klimaveränderung bekommen wir mehr und mehr auch in unserem Umfeld zu spüren. Die Lawinenkatastrophe von Galtür oder das Alpenhochwasser 2005 haben die verheerenden Folgen des Klimawandels in unser Bewusstsein gerückt. Wir realisieren aber auch, dass wir in den letzten Jahren immer stärker von Elektrizität und Informationstechnologien abhängig geworden sind.

Im März 2020 waren wir in Tirol schließlich Hotspot der größten Gesundheitskrise nach dem zweiten Weltkrieg. Als sich die Situation nach zweijähriger Pandemie zu beruhigen schien, brach im Februar 2022 ein sinnloser Krieg in der Ukraine aus. Krisen und Katastrophen scheinen uns plötzlich persönlich zu tangieren. Explodierende Preise, Gasengpässe, drohende Mangelbewirtschaftung von Strom, Wetterkapriolen, Unterbrechnungen von Lieferketten und deren wirtschaftliche Auswirkungen machen uns zunehmend Sorgen. Es scheint so, als wären wir in einer Endlos-Schleife an Krisen gefangen.

Wir in Prutz können die großen Mechanismen des Weltgeschehens nicht beeinflußen, aber wir können uns vorbereiten. Mit dem Projekt KEMAP sind wir Vorreiter in Sachen Katastrophenmanagement für kleinere Gemeinden - in der Hoffnung, dass wir möglichst selten in die Situation kommen, die entwickelten Instrumentarien zum Einsatz bringen zu müssen.

Wichtige Themen

Private Vorsorge

So kannst Du Dich und Deine Familie auf Krisen vorbereiten.

Lebensmittelvorräte, die Du unbedingt anlegen solltest. Notbeleuchtungen, sichere Kerzen, Wasservorräte. Wir haben Checklisten und jede Menge Tipps und Tricks für Dich.

Vorsorge für Betriebe

So kommst Du als Betrieb gut durch Krisenzeiten.

Ist Dein Betrieb systemrelevant? Wie kannst Du wirtschaftlichen Schaden abwenden und einen Notbetrieb einrichten? Sind Deine Daten geschützt? Wie sieht Deine "Business Continuity" Strategie aus? Wir haben den Überblick für Dich.

Medizinische Vorsorge

In dieser Rubrik erfährst Du alles über die medizinische Notversorgung in Krisensituationen.

Der Strom ist weg. Das Handynetz ist ausgefallen. Wie Du trotzdem zu medizinischer Hilfe kommst, erfährst Du in dieser Rubrik.

Die Gemeinde-Einsatzleitung stellt sich vor

In einem Katastrophenfall übernimmt in Prutz die Gemeindeeinsatzleitung unter der Führung von Bgm. Heinz Kofler die Koordination. Wie die Gemeindeeinsatzleitung zusammengestellt ist, welche Aufgaben sie übernimmt und welche Erkenntnisse das Projekt KEMAP gebracht hat, erfährst Du in dieser Rubrik.

Feuerwehr, Polizei und Rotes Kreuz informieren

Die drei Einsatzorganisationen stehen bei Notfällen und für Katastrophen-Ereignisse für die Bevölkerung bereit. Wie Du im Ernstfall Hilfe in Anspruch nehmen kannst und wie Du die Arbeit der Hilfsorganisationen unterstützen und erleichtern kannst, erfährst Du in dieser Rubrik.

Der Sozialsprengel ist gerüstet

Pflegebedürftige Personen bedürfen einer besonderen Fürsorge im Alltag. In Katastrophensituationen liegt ein großer Schwerpunkt auf den Schutz bedürftiger Personen. Aus diesem Grunde hat sich der Sozialsprengel Prutz und Umgebung in das Projekt KEMAP eingebracht und besondere Vorkehrungen getroffen. Pflege- und Hilfsbedürftige Personen können auch in Ausnahmesituationen auf eine gute Betreuung vertrauen.

Wenn in Tirol der Strom ausfällt, gehen in Prutz die Lichter wieder an

In Prutz geht's wieder los. Wusstest Du, dass bei einem tirolweiten Stromausfall das Tiroler Stromnetz von Prutz aus wieder aufgebaut wird? Tatsächlich fällt dem Kraftwerk Kaunertal im Notfallplan der Tiwag zum Netzwiederaufbau nach einem Blackout eine entscheidende Rolle zu. Mit dem Start des ersten Maschinensatzes in Prutz wird der Grundstein für den Wiederaufbau des Tiroler Stromnetzes gelegt.

Internetausfall

Es hat sich herumgesprochen, dass wir von Elektrizität massiv abhängig sind. Weniger bewusst ist uns, dass auch eine essentielle Abhängigkeit vom "Medium Internet" besteht. Ohne Netz geht kaum noch etwas. Isidor, der "Schutzpatron" des Internet ist Namensgeber für das gleichnamige Projekt. Mit dem Projekt "Isidor" sollen Handlungsempfehlungen für den Fall eines Internet-Blackouts angeboten werden.

Energie sparen

Lange Zeit war Energie in jeder erdenklichen Form eine Selbstverständlichkeit für uns. Seit dem Krieg in der Ukraine ist Energie ein knappes Gut geworden. Energie sparen ist aber auch im Sinne des Klimaschutzes wichtig. Das Projekt Mission11 bietet einfache Tipps und Tricks zur Erreichung eines einzigen Zieles. Mit wenigen Maßnahmen können wir 11% Energie einsparen.

Das könnte Dich auch interessieren ...

Sandsäcke made in Zams

Im Falle eines Hochwassers ist es notwendig, möglichst rasch Sandsäcke heranzuschaffen. In unserem Bezirk wurde hier eine professionelle Lösung entwickelt. Eine Kooperation der FF Zams mit der Firma TB Zams ermöglicht das Abfüllen von einer Tonne Sand in nur 25 Sekunden. So ist eine bezirksweite Versorgung mit schützenden Sandsäcken binnen kurzer Zeit möglich.

Mehr erfahren

Projekt HORA bringt 3D-Visualisierung der Hochwassergefahr in ganz Österreich

Verschiedene Institutionen verfügen in Österreich über Daten zu Naturgefahren. Das Projekt HORA sammelt diese Daten und bringt jetzt sogar eine interaktive 3D-Karte mit einer Hochwasser-Simulation für jede Wohnadresse in Österreich. HORA ist ein Projekt des Bundesministerium für Land- und Forst­wirt­schaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML). Mit der Online-Karte kann man die Gefahrenlage für das eigene Objekt ermitteln und auch die Fließgeschwindigkeit von Gewässern simulieren. Grundlage ist ein 300-jähriges Hochwasser, wobei auch HQ 100 oder 30 simuliert werden können.

Mit HORA kann man aber auch andere Gefahren wir Steinschlag, Hangrutschungen, Lawinen und mehr in grafischer Form einsehen.

Website HORA

Wie sich andere Gemeinden mit dem Thema Blackout auseinandersetzen?

Mit dem Projekt KEMAP haben wir uns in Prutz detailliert mit dem Thema Blackout beschäftigt. Das Thema ist speziell auf kommunaler Ebene ein großes Thema, sind Gemeinden doch im Falle eines Blackout auf sich gestellt. In Pyhra in Niederösterreich hat einen länger andauernden Blackout simuliert, mit interessanten Ergebnissen, die sich mit unseren Erkenntnissen decken.

Artikel auf derstandard.at

Das blaue Auge mit dem Hochwasser vom 28. August 2023

Beim Projekt KEMAP haben wir uns mit insgesamt 5 verschiedenen Katastrophenszenarien beschäftigt. Unter anderem auch mit einem Hochwasser-Ereignis beim Inn in Prutz. Ab dem 27. August 2023 brachte das Italientief "Erwin" ergiebige Niederschläge vom Golf von Genua zu den Alpen. Die genaue Zugbahn eines Tiefdruckgebietes kann kaum vorhergesagt werden. Die Warnungen der Landeswarnzentrale für Tirol bestätigten sich jedoch. Am Oberlauf des Inn im Engadin kamen am 27. und am 28. August 2023 große Regenmengen zusammen.

Der Inn erreichte bei Prutz den Pegel eines 30-jährigen Hochwassers. Verschärft wurde die Situation auch dadurch, dass durch den Bau der neuen Unterführung bei Prutz der Inn verengt werden musste. Dadurch stieg der Pegel bis auf 60cm unter den Fahrbahnrand der provisorischen Ersatzstraße.

Gemeinde, Feuerwehr und andere Organisationen rüsteten sich für ein eventuelles Übertreten des Inns. Wie im KEMAP-Projekt analysiert, waren die noralgischen Punkte:

  • Camping Prutz: Hier mussten tiefergelegene Stellplätze geräumt werden. Sandsäcke wurden aus Zams antransportiert und an notwendigen Stellen aufgebaut.
  • Die Baustelle für die neue Unterführung in Prutz: In diesem Bereich musste die Unterführung ausgepumpt werden. Im Notfallplan war vorgesehen, die Ersatzstraße zu sperren und die Unterführung provisorisch in Betrieb zu nehmen.

Durch das Abklingen der Regenfälle im Einzugsgebiet des oberen Inn ab ca. 10 Uhr Vormittag (28.08.2023) begannen die Pegel langsam zu sinken und es konnte Entwarnung gegeben werden. Der maximale Pegel an der Messstelle Prutz betrug 324cm (30-jähriges Hochwasser). Großflächige Überschwemmungen sind bei diesem Pegelstand nicht zu erwarten.

Die Gemeindeeinsatzleitung wurde laufend über Messenger informiert, musste jedoch nicht zusammentreffen.

Anmerkung
Der Faggenbach, der für Prutz ebenfalls einen erheblichen Risiko-Faktor im Katastrophen-Management darstellt, war unterhalb der kritischen Marken geblieben. An der Messstelle Gepatschalm im hinter Kaunertal wurden jedoch über 70 m3 Wasser pro Sekunde gemessen. Diese gewaltigen Wassermassen wurden vom Gepatschspeicher zurückgehalten. Ansonsten wäre es im Kaunertal, in der Gemeinde Faggen und in Prutz wohl zu einem massiven Hochwasserereignis gekommen.

Auf Menschen mit Behinderung bei Katastrophen nicht vergessen

Beim Katastrophenschutz sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Naturgemäß wird zunächst großes Augenmerk auf Evakuierungspläne und andere Akutmaßnahmen getroffen. Menschen mit Beeinträchtigung werden dabei oft erst recht spät in der Rettungskette berücksichtigt. Beim verhehrenden Hochwasser im deutschen Ahrntal waren von den 134 Todesopfer 12 Menschen mit Behinderung zu beklagen. Dennoch werden kaum Maßnahmen für gefährdete Personen ergriffen. Beim Projekt KEMAP war es uns deshalb wichtig, mit dem Sozialsprengel und mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten.

In einigen Gemeinden wie in Treffen in Kärnten wurden Vorkehrungen getroffen:

Artikel auf derstandard.at

Prutz proudly presents - das Dorfradio für Katastrophenfälle

Im Rahmen des KEMAP-Projektes ist die Idee entstanden, für Prutz ein Dorfradio einzurichten. Der Gesetzgeber sieht eigene Lizenzen für Gemeinden vor, die diese im Falle einer Katastrophe nutzen dürfen, um die Bevölkerung über Radio zu informieren. Radio Prutz darf nur zu entsprechenden Anlassfällen betrieben werden. Im Falle einer Krise oder Katastrophe werden vom Gemeindeamt aus entsprechende Informationen durchgegeben. Zu empfangen ist Radio Prutz unter folgender Frequenz:

101,1 MHz

Ob die Frequenz benutzt wird, entscheidet schlußendlich die Gemeinde-Einsatzleitung (GEL). Für die Installation und Bereitstellung der entsprechenden Sendeanlagen und für die Mühen, die bürokratischen Hürden zu überwinden, gilt ein besonderer Dank für Paul Stemmer und für Stefan und Philipp Kathrein.

Stromausfall in Innsbruck 2022 - ein Rückblick

Wie abhängig sind wir von Elektrizität? Grundsätzlich muss man festhalten, dass sich unsere Abhängigkeit von Elektrizität in den vergangenen Jahrzehnten laufend erhöht hat. War Strom zu Beginn der Elektrifizierung noch ein Luxusgut, das das Leben erleichtern konnte, so sind heute viele lebensnotwendige Infrastrukturen von Strom abhängig. Handy, Heizung, medizinische Infrastruktur, Supermarkt-Kassen oder Tankstellen. Ohne Strom geht nichts. Fällt dieser aus, so steht unsere Gesellschaft still. Mit gravierenden Folgen, wie der Stromausfall in Innsbruck im Sommer 2022 gezeigt hat.

Am 08. August 2022 gegen 11:30 Uhr war der Strom in der Landeshautpstadt und in der Umgebung plötzlich ohne Vorwarnung weg. Ursache war eine Schutzauslösung im Zuge von Umbauarbeiten beim Umspannwerk Ost in Innsbruck. Die Folgen war gravierend, auch wenn der Strom nur 30 Minuten weg war. Das Handynetz brach nach wenigen Minuten zusammen, Personen waren in Aufzügen und in der Nordkettenbahn steckten 20 Personen in einer Gondel fest. Der Verkehr versank im Chaos. Straßenbahnen blieben stecken, sämtliche Ampelanlagen fielen aus. Geschäfte mussten schließen.

Vorsorgemaßnahmen sind nicht nur für einen großen Blackout in Europa sinnvoll. Selbst kleinere, regionale Ereignisse können bereits gravierende Auswirkungen haben.

Artikel auf derstandard.at

Geosphere Austria - Erderwärmung in Europa bereits bei 2 Grad

Die Geosphere Austria (früher ZAMG) berichtet in ihren Klima-News vom Mai 2023, dass die Konzentration von CO2 und Methan in der Atmosphäre einen neuen Höchststand erreicht hat. Die Temperaturen in Europa steigen dabei schneller als im weltweiten Vergleich. Und Österreich scheint mit einer aktuellen Erwärmung von 2,7 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum einen zusätzlichen Negativtrend zu setzen.

Die Gefahr für Unwetter steigt damit leider weiter an.

Artikel Geosphere Austria

UPDATE: Öffnen unsere 3 Lebensmittelgeschäfte in Prutz bei einem Blackout?

Bei der Präsentation des KEMAP-Projektes war unser Informationsstand, dass die 3 Lebensmittelgeschäfte in Prutz (Spar, Hofer und M-Preis) im Falle eines Blackouts nicht öffnen. Dazu gibt es jetzt jedoch ein Update.

Interview Hofer KG und Update 2023

Informationen zum Thema Blackout vom Land Tirol

Das Land Tirol stellt umfangreiche Informationen zum Thema Blackout zur Verfügung.



In der Rubrik "Katastrophenschutz" findest Du allgemeine Infos zum Thema Blackout.

Blackout auf der Seite Katastrophenschutz



Zivilschutz-App des Landes

Die Zivilschutz-App des Landes sollte man unbedingt installieren. Hier wird vor allen möglichen Gefahren in Tirol gewarnt - direkt am Handy.

Zivilschutz-App am Handy installieren



Handbuch Blackout Tirol

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Merkblatt für Gemeinden vom Jänner 2023

Eine kleine Anmerkung der KEMAP-Redaktion. Im Merkblatt wird darauf hingewiesen, dass im Falle eines Blackouts die TIWAG unter der Führung der APG verpflichtet ist, das österreichsiche Netz wieder aufzubauen. Deshalb wäre die Stromversorgung nicht wieder binnen 6 Stunden in Tirol hergestellt. Wir haben bei der Tiwag nachgefragt. Im Netzwiederaufbau-Plan hat die Wiederherstellung der Stromversorgung in Tirol Priorität. Auch aus physikalischen Gründen (Stichwort Blindstrom) müssen zuerst rund um die Tiroler Kraftwerke erzeugernahe Verbraucher zugeschalten werden. Selbstverständlich arbeitet die Tiwag in abgestimmten Plänen mit der APG am Netzwiederaufbau für Österreich und Deutschland mit.

Download

Neues Buch von Herbert Saurugg

Herbert Saurugg gilt als einer der bekanntesten Blackout-Experten in Österreich. Er befasst sich seit Jahren mit den Themen Blackoutgefahr, Vorsorge, Prävention und Resilienz, berät Gemeinden zu Notfallkonzepten und gehört zu jenen Experten, die einen großen Blackout befürchten. Nicht alle Expert:innen teilen diese Ansicht. Viele sind der Meinung, dass weniger ein Blackout als mehr eine Mangelbewirtschaftung in Zukunft drohen könnte. Das Buch enthält wertvolle Informationen, wie man für einen Stromausfall vorsorgen kann. Es muss ja nicht der ganz große Blackout sein - ein Stromausfall für eine Stunde, wie jener 2022 in Innsbruck, kann auch schon ordentlich Probleme bereiten. (Bild Screenshot blackoutvorsorgebuch.net).

Website zum Buch

Es ist wieder mal zu trocken

Im März 2022 wurde an der Messstelle Ladis/Neuegg eine Niederschlagsmenge von 14,7 mm gemessen. Im langjährigen Schnitt beträgt der Niederschlag an dieser Messstelle 53 mm. Damit fielen im März 2022 nicht einmal ein Drittel der üblichen Niederschlagsmengen. In anderen Teilen Tirols war die Lage noch dramatischer.

Es scheint so, als würde das Jahr 2023 ähnlich beginnen. In den Westalpen ist es viel zu trocken. Und diese Trockenheit reicht auch dieses Jahr bis nach Tirol und Vorarlberg. Flüsse führen extremes Niederwasser, die Waldbrandgefahr dürfte in den nächsten Wochen ansteigen. Leider kommt es in Folge des Klimawandels zu einer Häufung dieser Ereignisse. In diesem ORF-Artikel wird die dramatische Lage in der Schweiz, in Frankreich und in Norditalien beschrieben. Vieles davon trifft auch auf das Tiroler Oberland zu.

ORF-Artikel 16.02.2023
Niederschlagsmengen März 2022 (Land Tirol - PDF)

 

Erlebt die umfassende Landesverteidigung eine Renaissance?

Wer vor 1980 geboren ist, der kann sich möglicherweise noch an die Zeit des Kalten Krieges erinnern. Bekanntlich endete diese unseelige Zeit ziemlich abrupt mit dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall der Sowjetunion. Österreich war bis 1990 immer wieder Gefahr gelaufen, zwischen die Fronten des Ost-West-Konfliktes zu geraten. Dementsprechend wichtig war auch die Landesverteidigung, welche sich jedoch nicht nur auf die militärische Landesverteidigung bezogen hatte. Mit dem Begriff der umfassenden Landesverteidigung ist gemeint, dass sich nicht nur das Bundesheer, sondern auch die Politik, die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Bevölkerung auf Konflikt- und Ausnahmesituationen vorbereiten sollten. Die umfassende Landesverteidigung erweitert die militärische Landesverteidigung um Aspekte der Geistigen Landesverteidigung, der Zivilen Landesverteidigung und der Wirtschaftlichen Landesverteidigung. Die geänderte Sicherheitslage in Europa rückt das vergessen geglaubte Konzept zurück in den Fokus der Öffentlichkeit.

Umfassende Landesverteidigung (Wikipedia)
Artikel - derstandard.at
Militärische Bedrohung - derstandard.at

Das Projekt KEMAP auf Landeck TV

Im Rahmen der Pressekonferenz zu KEMAP im Dezember 2022 war auch Landeck TV bei uns. Den Videobeitrag findest Du hier:

KEMAP auf Landeck TV

Blackout - wie fühlt sich ein Selbstversuch an?

Über mögliche Blackouts wird seit einiger Zeit viel gesprochen und geschrieben. Ein großer Blackout scheint nach Expertenmeinung sehr unwahrscheinlich, dennoch wissen wir mittlerweile, dass bereits wenige Stunden ohne Strom für viele Menschen eine große Zäsur bedeuten würden. Kein Licht, kein Elektroherd, kein Kühlschrank, kein Fernsehen oder Internet. Um sich mit dem Gedanken eines möglichen Stromausfalles besser auseinanderzusetzen, wagen immer mehr Menschen einen Selbstversuch. Wie sich dieser anfühlt, könnt ihr in diesen Artikeln nachlesen:

100 Stunden Blackout (Der Standard am 28. September 2022)

Gefahr eines großen Blackout gering

Europas Stromversorgung ist gerade im Winter stark von Gas abhängig. Nachdem im Sommer noch nicht klar war, ob genügend Gas vorhanden sein würde, war oft die Rede von einer erhöhten Blackout-Gefahr im Winter. Diese Gefahr dürfte nun jedoch vorläufig abgewendet sein. Expert:innen schätzen das Risiko für einen großen Blackout aktuell als gering ein.

Artikel auf Der Standard vom 26. Dezember 2022

Warum Du von 8-12 Uhr und von 17-19 Uhr möglichst keine Elektrogeräte einschalten solltest.

Eine neue Website des Klimaschutzministeriums und des Strombetreibers APG zeigt, wann der Stromverbrauch in Österreich besonders hoch ist. Relevant ist dies im Moment aufgrund der Tatsache, dass bei Leistungsspitzen hauptsächlich Gas zur Stromerzeugung verwendet wird. Gas ist bekanntlich ziemlich teuer. Generell gilt - Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler und andere Verbraucher sollte man am besten außerhalb der verbrauchsstarken Zeiten in Betrieb nehmen. Unter der Woche sind dies die Zeiten zwischen 8 und 12 Uhr am Vormittag und zwischen 17 und 19 Uhr am Abend.

Informationen zum Energiesparen auf energie.gv.at

Wie erfahre ich von Katastrophen?

Bei unserem Projekt KEMAP haben wir an verschiedenen Stellen festgestellt, dass das Thema Kommunikation einen entscheidenden Faktor darstellt. Die Österreichische Bundesregierung plant für 2023 die Einführung der Bevölkerungswarnstystems, welches ein SMS an alle Bürger:innen senden soll.

Besonders zu empfehlen ist jedoch für alle Smartphonebesitzer:innen die App KATWARN. Zu finden im AppStore von Apple und im Play-Store von Google.

Website www.zivilschutz.at

Sirenenalarm und seine Bedeutung

In Österreich gibt es rund 8.000 Sirenen. Vier davon befinden sich in Prutz. Heulen die Sirenen, so wird meist die Freiwillige Feuerwehr Prutz zu einem Einsatz gerufen. Die Sirenen haben aber auch im Zivilschutz zur Warnung vor Katastrophen eine wichtige Bedeutung.

Sirenenalarum und seine Bedeutung

Videos zum Thema "Krisen und Katastrophen"

Videos über Blackout, Klimawandel und sonstige Katastrophen gibt es viele. Wir haben ein paar sehr informative Videos zusammenstellt und möchten Dir diese in der Rubrik "Multimedia" zeigen. Welche Lebensmittel solltest Du zuhause haben? Welche Auswirkungen hätte ein Stromausfall und wie wirkt sich der Klimawandel auf Europa aus.

Videos zum Thema Krisen und Katastrophen

Bundesregierung schärft bei der Krisensicherheit nach ...

Auf vielen Ebenen scheint es so, als dass die Zuständigkeiten in Krisen- und Katastrophensituationen nicht eindeutig geregelt sind. Auch auf Bundesebene gab es hier offensichtlich Bedarf zur Nachschärfung. Mit dem neuen Krisensicherheitsgesetz will man die Zuständigkeiten eindeutiger regeln.

Bund präsentiert neues Krisensicherheitsgesetz (Der Standard)

Wie krisenfest sind wir?

Europa steht vor unsicheren Zeiten. Im Stromsektor gibt es schon länger Befürchtungen, dass es zu Netzausfällen und zu größeren und längerfristigen Engpässen mit gravierenden Folgen kommen könnte. Der Krieg in der Ukraine hat die Versorgungssicherheit im Energiesektor massiv verschlechtert. Oberst Markus Reisinger vom Österreichischen Bundesheer und der Blackout-Experte Herbert Saurugg analysieren im folgenden Artikel die Situation und geben einen Einblick in Hintergründe. Sind wir für die folgenden Monate und Jahre vorbereitet? Sind wir resilient und was bedeutet Resilienz eigentlich? Und was haben Truthähne mit alledem zu tun?

Artikel auf thedefencehorizon.org

APG sieht Gefahr für Blackout gering

Wie groß ist der Stromverbrauch aktuell in Tirol?

Jede(r) von uns hat schon einmal von der Maßeinheit für die elektrische Leistung gehört, WATT. Eine herkömmliche Glühbirne verbraucht 60 Watt, eine moderne LED-Lampe verbraucht nur mehr 3 Watt. Aber wieviel Watt werden in Tirol verbraucht? Die Anzahl geht in die Millionen Watt, weshalb hier von Megawatt gesprochen wird. Wieviel Megawatt Strom gerade verbraucht werden, hängt von der Jahreszeit, vom Wochentag und natürlich von der Uhrzeit ab. Auf der Website der Tinetz kannst Du den aktuellen Verbrauch für Tirol nachlesen. Generell gilt: Im Sommer erzeugt Tirol mehr Strom, als es verbraucht, im Winter sind wir Strom-Importeur.

Strom - Landesverbrauch - Tinetz

Grundwasserstände auch in Tirol teilweise niedrig

Das Jahr 2022 war ein durchaus angespanntes Jahr in punkto Wasserstände von Flüssen und Grundwasser. Auf lange Trockenperioden folgten starke Niederschläge. Doch nicht alle Niederschläge kommen im Grundwasser an.

ORF-Bericht vom 29. Oktober 2022

Was ist ein Prepper?

Der Begriff Prepper leitet sich aus dem Englischen ab und steht für die Abkürzung von "to be prepared". Übersetzt heißt dies: "Bereit sein" oder "Allzeit bereit". Prepper treffen individuelle Maßnahmen, um sich auf verschiedene Arten von Katastrophen vorzubereiten. Wer eine private Haushaltsbevorratung anlegt, gehört im weitesten Sinne auch schon zur Gemeinschaft der Prepper. Im engeren Sinne sind Prepper jedoch Personen, die intensive Vorbereitungen treffen, bis hin zum Bau unterirdischen Atompunkeranlagen. Neben umfangreicher Bevorratung von Lebensmitteln, Werkzeugen oder Treibstoffen, eignen sich Prepper Fähigkeiten in Erster Hilfe oder in Selbstverteidigung an. In die Schlagzeilen geraten sind einzelne Akteure der Szene wegen ihrer Nähe zu Rechtsextremismus und wegen ihrer Bereitschaft zur Bewaffnung.

Prepper auf Wikipedia

Wenn es Dir einmal schlecht geht ...

Krisen, Katastrophen oder auch bereits die Angst vor diesen können sich auf die Psyche auswirken. Wenn es Dir einmal schlecht geht, dann zögere nicht und nimm' Hilfe in Anspruch. In Österreich ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr für Dich erreichbar und zwar unter der Nummer 142.

Kinder und Jugendliche können sich bei Rat auf Draht beraten lassen. Wähle die Nummer 147 oder gehe surfe auf www.rataufdraht.at. Alle Nummern einfach ohne Vorwahl wählen.

Energie sparen

Mit dem Krieg in der Ukraine ist Energie ein knappes Gut geworden. Die Preise sind massiv angestiegen. Haushalte, Unternehmen und öffentliche Hand können durch einfache Maßnahmen, Energie und Geld sparen. Insgesamt helfen die Sparmaßnahmen den Energieversorgern aber auch, die Versorgung generell zu garantieren und wirken positiv im Sinne des Klimaschutzes. Die Maßnahmen reichen von einer leichten Absenkung der Raumtemperatur, bis zu kürzerem Duschen, weniger Auto fahren oder der Verwendung von Energiesparprogrammen beim Waschen oder Geschirrspülen. Wir haben ein paar Links mit wertvollen Tipps zusammengestellt:

Mission 11
Energie Tirol (Artikel auf tirol.orf.at)

Wie funktioniert das neue Dorfradio in Prutz?

Im Zuge des KEMAP-Projektes ist die Idee entstanden, für Krisen- und Katastrophenfälle ein Dorfradio zu entwickeln. Derzeit gibt es das Dorfradio für Prutz noch nicht. Es ist jedoch geplant, eine eigene Frequenz zu beantragen. In welcher Form das Dorfradio senden wird, steht noch nicht fest. Es ist ein KEMAP-Nachfolgeprojekt geplant.

Energie sparen durch programmierbare Thermostate

Mit programmierbaren oder smarten Thermostaten kann man die Heizung so einstellen, dass sie nur läuft, wenn sie wirklich benötigt wird. Damit kann man bis zu 10% Energie sparen. Grundsätzlich gilt: Bei neu errichteten Gebäuden nach Niedrigenergiestandard ist das Einsparungspotenzial gering. Bei Altbauten kann das Potenzial beträchtlich sein.

https://www.derstandard.at/story/2000139743610/programmierbare-thermostate-was-fuer-das-smarte-heizen-zu-beachten-ist

Prutz als Vorreiter bei Photovoltaik und Energiegemeinschaften

Die Gemeinde Prutz ist Vorreiter in Sachen Photovoltaik. Derzeit läuft ein Projekt zur Photovoltaik-Ausstattung möglichst aller Dächer, die sich in Gemeindebesitz finden. Mit der Gründung einer Energiegemeinschaft schaffen wir die Grundlage für mehr Autarkie in der Energieversorgung.

Warum Du Wasservorräte zuhause haben solltest?

Es ist nicht auszuschließen, dass in das Trinkwassersystem Verunreinigugnen gelangen, die den Konsum von Trinkwasser unmöglich machen. Durch Unwetterereignisse könnte die Wasserversorgung aus dem Kaunertal im unwahrscheinlichen Ernstfall unterbrochen werden. Deshalb solltest Du pro Person und Tag rund 2 Liter Trinkwasser vorrätig halten. In Form von Mineralwasser oder in geeigneten Wasserbehältern.

Funktioniert in Prutz die Wasserversorgung, wenn der Strom ausfällt?

Grundsätzlich ist es so, dass die Wasserversorgung in Prutz auf keine Pumpensysteme angewiesen ist. Die Hauptwasserversorgung aus dem Kaunertal ist weder auf eine UV-Behandlung noch auf technische Hilfsmittel angewiesen, um die Haushalte mit Wasser zu versorgen.

Notstromgaggregat im Haushalt oder Betrieb?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob ein Notstromaggregat sinnvoll ist. Für Betriebe muss dies individuell mit einem Fachmann abgeklärt werden. Bei privaten Haushalten ist ein Notstromaggregat in der Regel nicht sinnvoll. Ein Aggregat als Standalone ist grundsätzlich möglich, große Vorsicht ist beim Integrieren von Aggregaten in das hauseigene Stromnetz geboten.

Wie lange funktioniert das Mobilfunknetz bei einem Stromausfall?

Nach einem Stromausfall verfügen die Sendemasten über Notbatterien für einen Zeitraum von nur 30 Minuten. Das Basisnetz ist auf einen Stromausfall von 72 Stunden ausgelegt. Dennoch muss man nach kurzer Zeit mit massiven Ausfällen des Mobilfunknetzes zu rechnen.

Nähere Infos auf derstandard.at

Hast Du schon einmal vom "Carrington Ereignis" gehört?

Das Carrington-Ereignis im Jahr 1859 verursachte den bisher größten wissenschaftlich beobachteten magnetischen Sturm auf der Erde. Unter anderen hatte ihn der damals bekannteste Sonnenforscher Richard Christopher Carrington beobachtet. Damals waren sogar in Rom, Havanna und auf Hawaii Polarlichter zu sehen, die normalerweise nur in höheren Breiten auftreten. Das damals gerade in Betrieb genommene Telegraphennetz wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Es wird befürchtet, dass ein ähnliches Ereignis auch heute massive Schäden an der Telekommunikations- und Elektrizitätsinfrastruktur anrichten könnte. Am 23. Juli 2012 soll die Erde laut Angaben der NASA, einem solaren Supersturm nur knapp entgangen sein.

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